Masca – Die schönste Wanderung Teneriffas

Teneriffa ist – wie auch alle anderen Kanaren – schon seit längerer Zeit ein beliebtes Ziel für Aktivurlauber und Wanderer. Die vielfältige Natur bietet zahlreiche malerische Wanderrouten mit traumhaften Ausblicken und dem Gefühl, in einer ganz anderen, ursprünglicheren Welt zu sein. Die wohl bekannteste Route führt durch die Masca-Schlucht.

Jedem, der plant, Teneriffa in Wanderstiefeln und mit Trekkingrucksack zu erkunden, ist Masca ein Begriff.

Das kleine Dorf hat seit Jahren den Ruf als schönstes Dorf der Insel inne.

Es liegt auf rund 600 Höhenmetern inmitten des imposanten Teno-Gebirges. Erreichbar ist das Dorf nur über eine schmale, kurvige Bergstraße, die auch erst seit den 1980er-Jahren existiert. Sie schlängelt sich von Santiago del Teide ausgehend über Masca bis nach Buenavista. Vorher konnte man das Dorf nur mit Esel oder zu Fuß erreichen.

So einsam die Lage des Dorfes auch klingen mag, Masca ist trotzdem eines der bekanntesten und beliebtesten Ausflugsziele auf der Insel. Allein die Anfahrt im Mietwagen oder mit dem „Linienbus“ ist ein Abenteuer für sich. Hinter fast jeder Kurve erwartet einen eine herrliche Aussicht über das malerische Teno-Gebirge, dichte Vegetation, die sich windende Bergstraße und den dunkelblau glitzernden Atlantik im Hintergrund. Entlang der Strecke gibt es den ein oder anderen Aussichtspunkt, wo man anhalten und Fotos machen kann. So lohnt sich ein Ausflug durch das Teno-Gebirge sicherlich auch, ohne eine Wanderung anzutreten. Dennoch erlebt man zu Fuß die Natur und die Atmosphäre hier noch einmal ganz anders.

Blick Teno Gebirge Masca
Von der einzigen Anfahrtsstraße nach Masca (TF-436) hat man einen herrlichen Ausblick über das Teno-Gebirge.

Eine gute Nachricht für alle Unerfahrenen:

Die Masca-Wanderung ist auch ohne große Vorkenntnisse und Wandererfahrung machbar, da sie bergab führt. Voraussetzungen sind hierbei Trittsicherheit, festes Schuhwerk, geeignete Kleidung und ein wenig Kondition. Obligatorisch ist auch die Mitnahme von genügend Flüssigkeit und Nahrungsmitteln, da der Abstieg je nach Geschwindigkeit und Anzahl der Stopps zwischen 2,5 und 4 Stunden dauern kann.

Gestartet wird die Route also von Masca aus, der Einstieg in die Schlucht ist deutlich gekennzeichnet. Jährlich wird sie von rund 100.000 Menschen durchwandert. Der erste Teil der Strecke umfasst den Abstieg zum Grund des Barrancos. Schnell umschließt einen die beeindruckende Natur, steile Felswände erstrecken sich zu beiden Seiten. In der Schlucht wachsen exotische Mandel-und Feigenbäume, Dattelpalmen, Kaktusfeigen und Agaven. Es sind ebenfalls typisch kanarische Terrassenfelder zu sehen, die einzige Möglichkeit, in der bergigen Umgebung Gemüse anzupflanzen.

Anbauterassen Gemüse Masca
Auf diesen Terassen werden Gemüsesorten angebaut. Der Boden ist hier sehr fruchtbar. Foto: Hans Braxmeier

Der Weg führt zwar bergab, unterschätzen sollte man ihn dennoch nicht.

Oftmals muss man sich seinen Weg über Felsen oder durch einen der kleinen Bachläufe bahnen. Daher sollte man stets aufmerksam sein und darauf achten, wohin man den nächsten Schritt setzt. Unfälle in der Schlucht sind nämlich speziell wegen der schwierigen Erreichbarkeit sehr kompliziert und langwierig. An der schmalsten Stelle ist der Barranco gerade einmal 30 m breit, die Felswände ragen rechts und links bis zu 600 m in die Höhe.

Barranco de Masca
Ein Blick in den Barranco de Masca. Foto: Hans Braxmeier

Nach rund 5 km Wanderweg erreicht man die Masca-Bucht, eine bildschöne Kulisse, wo man sich im glasklaren Wasser abkühlen kann. Fitte, erfahrene Wanderer treten nach einer Ruhepause und einer Stärkung den Weg zurück nach Masca an. Der ist allerdings sehr anstrengend und anspruchsvoll, denn die 600 Höhenmeter, die man auf dem Weg nach unten hinter sich gelassen hat, müssen schließlich auch wieder überwunden werden. In den meisten Fällen lassen die Touristen sich in der „Masca Bay“ von einem der zahlreichen Wassertaxis abholen, die zwischen Los Gigantes und Masca Bay pendeln. Hier sollte man sich jedoch im Voraus informieren und im Idealfall auch bereits ein Ticket kaufen, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Masca Bay Boote
Wanderer werden in der Masca Bay abgeholt und nach Los Gigantes gebracht. Foto: Hans Braxmeier

Inzwischen ist die Wanderroute durch die Masca-Schlucht aufgrund ihres hohen Beliebtheitsgrades sehr gut beschildert. Sie birgt deshalb im Vergleich zu weniger bekannten Routen kaum Gefahren. Wer dennoch Bedenken hat, der sollte sich einer der zahlreichen geführten Wandertouren anschließen. Hier sind erfahrene Guides vor Ort, die sämtliche Fragen beantworten und Hilfestellung geben können. Zudem bekommt man hier oftmals eine Art „Rundum-Sorglos-Paket“: Beispielsweise sind der Transfer nach Masca, die Bootsfahrt nach Los Gigantes oder ein Picknick inklusive.

In jedem Fall ist ein Tagesausflug nach Masca ein beeindruckendes Erlebnis.

Wenn man Glück hat und einen ruhigen Moment unter der Woche abpasst, dann fühlt man sich hier unter Umständen als wäre man ganz alleine auf der Welt.


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