La Orotava – Schmale Gassen und prächtige Bauten

Fragt man Touristen, welches Teneriffas schönste Stadt ist, wird man viele Antworten bekommen. Puerto de la Cruz wegen des Loro Parques und der schwarzen Strände. Santa Cruz als größte Stadt der Insel mit einer verhältnismäßig großstädtischen Atmosphäre, die es sonst so auf Teneriffa kaum gibt. Oder Costa Adeje, wegen der vielen umliegenden traumhaften Sandstrände. Fragt man Einheimische, werden die Antworten vermutlich anders ausfallen. Beispielsweise fallen da Namen wie La Laguna oder La Orotava: Historie im Kleinformat.

Ausblick La Orotava
Durch die Palmen hat man einen hübschen Blick über die roten Ziegeldächer des nördlichen Stadtviertels.

Neben der Altstadt von La Laguna, die bereits seit Jahren zum UNESCO Weltkulturerbe gehört, bietet auch La Orotava einen wunderschönen, historischen Stadtkern. Die Stadt ist eine der ältesten der Insel und ein Großteil der Innenstadt steht unter Denkmalschutz. Hier dominieren vor allem schmale, verwinkelte Gassen, die aufgrund der Hanglage der Ortschaft auch meist steil ansteigen, kopfsteingepflasterte Straßen und alte kanarische Bauten aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Besonders schön daran sind die kunstvoll geschnitzten Holzbalkone und Ornamente.

Am besten erkundet man den Stadtkern bei einem Spaziergang.

Plaza Constitucion La Orotava
Im Schatten der Bäume auf der Plaza de la Constitución kann man gut entspannen.

Die romantische Plaza de Constitución mit dem gepflegten Grünbereich und dem kleinen gemütlichen Kiosk bietet sich an, um den Stadtrundgang zu beginnen. Die Plaza, gelegen direkt neben der Iglesia de San Augustin, hat sich im Laufe der Zeit zu einem der beliebtesten Treffpunkte für Einheimische entwickelt. Im Schatten der Bäume trifft man sich hier auf einen Cortado.

Besonders schön: Ein Spaziergang durch den Jardín Victoria.

Die Gartenanlage grenzt an eines der prunkvollen Stadthäuser direkt an der Plaza an. Im späten 19. Jahrhundert wurde hier ein Mausoleum für einen verstorbenen Adelsmann errichtet, da man diesen nach Einspruch der Kirche nicht wie geplant in der Familiengruft bestatten durfte. Letzten Endes wurde das Marmor-Bauwerk nie genutzt. Seit 1990 befindet sich die Parkanlage im Besitz der Stadt La Orotava, neun Jahre später wurde sie der Öffentlichkeit übergeben. Sie wird bis heute liebevoll gepflegt und ist mit der Blütenpracht und dem herrlichen Ausblick ein beliebtes Ausflugsziel.

Ausblick Jardin Victoria
Vom Jardín Victoria kann man bis zur Atlantikküste schauen.

Folgt man der Calle Carrera del Escultor Estévez weiter westlich, tut sich nach kurzer Zeit zur Linken das Ayuntamiento de La Orotava auf. Einmal im Jahr, zum Fest von Corpus Cristi, wird der Rathausplatz mit einem riesigen Teppich aus Vulkansand geschmückt. Diese Tradition gibt es bereits seit 1906. Hinter dem Ayuntamiento befindet sich der idyllische botanische Garten „La Hijuela del Botánico“. Er verfügt auf 4.000 Quadratmetern Fläche über Pflanzen aus aller Welt und wurde bereits im Jahr 1788 angelegt. Der Eintritt ist, wie übrigens auch im Jardín Victoria, kostenlos.

Jardin Botanico La Orotava
„La Hijuela del Botánico“ bietet eine grüne Oase inmitten des Stadtkerns.

Die zahlreichen, malerischen Gassen sind das größte Markenzeichen von La Orotava.

Auch der Gang durch die Calle San Francisco darf nicht fehlen. Oder sollte man lieber von einem Aufstieg sprechen? Die Straße ist ziemlich steil, die Mühe aber Wert. Hier befindet sich das Casa de los Balcones, ein Herrenhaus aus dem Jahre 1632. Es ist bekannt für seinen kanarischen Baustil, den typischen Patio (Innenhof) mit einigen exotischen Pflanzen und, wie der Name erahnen lässt, die kunstvoll geschnitzten Holzbalkone. Sie beherbergt heute ein Ausbildungszentrum für kanarische Handwerkskunst, im zweiten Stock kann man die herrschaftliche Wohnung besichtigen. Ebenfalls sehenswert sind die Casa de la Alfombra und die Casa Molina.

Calle Carrera del Escultor Estévez Orotava
Die Calle Carrera del Escultor Estévez ist eine der vielen hübschen gepflasterten Straßen von La Orotava.

Auf dem Rückweg sollte man sich zudem unbedingt die Gemeindekirche Nuesta Señora de la Concepción mit ihrer wunderschönen Kuppel ansehen. Das Design ist von der Kuppel der Kathedrale von Florenz inspiriert. Die Fassade der 1788 erbauten Kirche ist hübsch im Barockstil verziert, die Glockentürme ragen rund 25 Meter in die Höhe und prägen somit maßgeblich das Stadtbild.

Neben all den Gebäuden, Gärten und Gassen ist selbstverständlich auch das umliegende Orotava-Tal einen Besuch wert, weshalb die Gegend genug Ausflugsmöglichkeiten für einen ausgedehnten Tag bietet. La Orotava selbst mit ihrem historischen Stadtkern hat sich mittlerweile auch bei Touristen zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelt. Längere Zeit verbringen diese hier aber eher selten. Daher bleibt der Ortschaft ihr ursprünglicher Charakter noch größtenteils erhalten. Wer sich hier in Ruhe niederlassen möchte, der sucht am besten nach einer hübschen Finca oder einer Ferienwohnung im romantischen Orotava-Tal.


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