Tragisches Flugzeugunglück von Teneriffa jährte sich zum 40. Mal

Am 27. März 1977 ereignete sich das furchtbarste Flugzeugunglück der bisherigen Geschichte auf Teneriffa. Es erlangte als „Crash of the century“ traurige Berühmtheit. Der tragische Unfall, bei dem zwei Passagierflugzeuge auf der Startbahn kollidierten, kostete 583 Menschen das Leben. Letzte Woche wurde ihnen zum 40. Jahrestag gedacht.

Die Katastrophe von Teneriffa ist bis heute das schlimmste Flugzeugunglück ohne terroristische Hintergründe.

Beide Maschinen, eine Boeing 747 aus Amsterdam und eine aus Los Angeles, waren damals auf dem Weg nach Gran Canaria. Aufgrund einer Sperrung des Flughafens in Las Palmas mussten sie jedoch auf Teneriffa zwischenlanden. Der ohnehin schon kleine Flughafen war aufgrund einiger umgeleiteter Maschinen überlastet, weshalb es durch Platzmangel, Ungeduld und eine Reihe unglücklicher Zufälle zu dem Unfall kam. Nach heutigen Erkenntnissen vermuten Gutachter, dass den holländische Pilot Van Zanten ein Teil der Schuld trifft, da er das Startmanöver ohne eindeutige Genehmigung einleitete. Dennoch ist unbestritten, dass sowohl alle Beteiligten, als auch der herrschende Ausnahmezustand zu dem Unglück beitrugen.

Die heutige Luftfahrt zog Konsequenzen aus der Tragödie.

Inzwischen ist jeder Flughafen mit Bodenradar ausgestattet. Diese Funktion hilft dem Personal, das Geschehen auf der Bahn bei schlechten Sichtverhältnissen zu kontrollieren. Zudem werden eindeutigere Anweisungen gegeben. Die Phrase „Take off“ darf lediglich ein einziges Mal fallen, und wenn das Bodenpersonal die Startfreigabe erteilt („Cleared for take off“). Aufgrund dieser Neuerungen sei es, Experten zufolge, mehr als unwahrscheinlich, dass ein ähnlicher Unfall noch einmal geschieht.

Auf den Friedhöfen in Amsterdam und Kalifornien wurden Gedenktafeln und Gräberfelder für die Opfer eingerichtet. In La Laguna, wo sich der Flughafen Los Rodeos befindet, errichtete die Stadt ein Denkmal. Die Angehörigen-Stiftung der niederländischen Opfer hatte es zuvor in Auftrag gegeben. Das Denkmal entwarf der niederländische Künstler Rudi van de Wint. Es steht seit 2007 im Gebiet La Mesa Mota, auf einem Hügel, von dem aus man auf den Unfallort blicken kann. Die 18 m hohe Stahlsäule ragt wie eine endlose Wendeltreppe in den Himmel und ist nun ein Symbol für die Ewigkeit. Es erinnert noch heute an das fürchterliche Schicksal von 583 Menschen, und sorgt dafür, dass sie niemals in Vergessenheit geraten.

Flugunglück Teneriffa 1977
Von den beiden Maschinen sind nur noch Trümmer übrig. Foto © Stringer/ANP/DPA

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