Candelaria – Traditioneller Hotspot an der Ostküste

Noch bevor die Spanier überhaupt tinerfenischen Boden betraten und die Insel noch von den Guanchen bewohnt wurde, fand die Jungfrau von Candelaria ihren Weg auf die größte Kanareninsel. Nach einem Unwetter fanden zwei Ureinwohner die Frauengestalt an der Atlantikküste. Die Legende besagt, dass die Männer sie aufgrund fehlender Reaktion der Dame mit Steinen bewerfen wollten. Ihre Arme erstarrten noch in der Bewegung. Daraufhin wurde die Madonnenfigur als heilig erklärt und in einer Höhle an der Küste untergebracht. Nachdem die Original-Figur bei einer Sturmflut ins offene Meer entrissen wurde, befindet sich nun eine wohlbehütete Kopie in der prächtigen Basilica. Im Jahr 1599 wurde sie offiziell zur Schutzheiligen der Kanaren erklärt. Und ihre Magie hat die „Morenita“, die schwarze Madonna, die Jungfrau von Candelaria, bis heute nicht verloren.

Es sei dahingestellt, ob man der Legende Glauben schenken kann oder nicht. Fest steht, dass die Kanarier dies tun – und zwar mit Hingabe. Jedes Jahr im August, genauer gesagt am 14. und 15. des Monats, pilgern Bewohner der gesamten Insel in das Küstenstädtchen Candelaria. Die sonst eher gemütliche, traditionsreiche Ortschaft südlich der Inselhauptstadt Santa Cruz erwacht schon Wochen vorher zu ganz neuem Leben. Die Feierlichkeiten rund um die Einkehr der Jungfrau beginnen Ende Juli und ziehen sich über rund 2 Wochen, bevor sie am 14. und 15. August ihren Höhepunkt und somit das Ende erreichen.

Basilica Candelaria Tenerife
Der Vorplatz der Basilica wird aufwändig geschmückt.

Am 4. August wird öffentlich der Beginn der Feierlichkeiten ausgerufen.

Von da an gibt es immer wieder einige künstlerische und kulturelle Programmpunkte wie Konzerte und Ausstellungen. Am 14. August beginnt an allen Enden der Insel die Wallfahrt. Entlang der Wege und Straßen Richtung Candelaria findet man viele Grüppchen von Menschen, die sich teils selbst zur Übernachtung dort niederlassen und die Pilgerreise ausgiebig feiern. Für viele Tinerfeños gehört die Wallfahrt nach Candelaria zu den wichtigsten Terminen im Jahr. Sie pilgern in die Ortschaft zu Ehren ihrer heiligen Schutzpatronin, um ihren Schwur, ihr Versprechen einzuhalten, vielleicht um sie um Hilfe in einer persönlichen Krise zu bitten oder einfach nur um ihr Respekt zu zollen.

In Candelaria selbst beginnt das Fest mit der Romería.

Zudem gibt es eine szenische Aufführung, in der gezeigt wird, wie die Jungfrau der Legende nach den Guanchen erstmals erschien – am Strand von Candelaria. Am 15. August erreichen die Feierlichkeiten rund um die Heilige Madonna ihren Höhepunkt. Auf allen kanarischen Inseln ist Feiertag. Um 11 Uhr findet die Messe in der Basilika statt, anschließend wird die prächtige Statue im Rahmen der großen Prozession drei Mal um den Hauptplatz der Kirche getragen, bevor sie in die Basilika einkehrt, begleitet von sämtlichen wichtigen Persönlichkeiten der Stadt.

Nuestra Señora de Candelaria
Die heilige Jungfrau von Candelaria kehrt in die Basilica ein.

Dann lässt man den Feiertag mit der traditionellen Blumenspende, Musik und Tanz ausklingen. Die Feierlichkeiten reichen oftmals bis tief in die Nacht – oder sogar bis in die frühen Morgenstunden. Dann macht man sich auf den Heimweg. Und Candelaria zehrt noch lange von den Nachbeben des rauschenden Festes, von der Macht und Magie der Heiligen Jungfrau, von dem Glanz des wichtigsten Feiertages der Kanaren.

Prozession Virgen de Candelaria
Prozession Virgen de Candelaria

Mehr als nur ein Wallfahrtsort

Obwohl Candelaria nur rund 22.000 Einwohner hat und somit mühelos neben der nahegelegenen Inselhauptstadt Santa Cruz untergehen könnte, hat die Ortschaft ihren eigenen Charakter und Charme. Obwohl die „Basilica de Nuestra Señora de Candelaria“ zu den wichtigsten architektonischen Sehenswürdigkeiten der Kanaren gehört, ist Candelaria keineswegs vom Tourismus überrannt worden, wie so manch anderer Küstenort. Speziell unter der Woche kann man hier den dörflichen Charakter und eine gemütliche, ruhige Atmosphäre genießen. Gegenüber der Basilica stehen an der Küstenpromenade die neun imposanten Bronzestatuen der Guanchenkönige.

Statue Guanchen Candelaria
Die neun Bronze-Statuen der Guanchenkönige.

Innerorts punktet Candelaria mit verkehrsberuhigten, malerischen Gassen, liebevollen kleinen Restaurants und Geschäften und zudem einigen Badebuchten und Stränden. Besonders schön kann man die Promenade bis in den Nachbarort Las Caletillas entlang flanieren. Ein Besuch des Ortes lohnt sich also nicht nur während der Feierlichkeiten im August oder Februar. Candelaria lädt rund ums Jahr zu einem Ausflug in die kanarische Historie ein.

Candelaria

Playa Strand Candelaria
Playa Strand Candelaria

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