Ausflug nach Lanzarote

Lanzarote gilt als die speziellste unter den Kanarischen Inseln. Mit der Insel assoziiert man karge Landschaften, Vulkane und viele kleine Dörfer, die einheitlich in weißer Farbe erstrahlen. Aber auch wunderschöne Strände und das weite Meer gehören zu Lanzarote genauso wie zu den anderen Inseln. Angezogen von der kontrastreichen Landschaft Lanzarotes habe ich mich für ein paar Tage zur Vulkaninsel aufgemacht und berichte hier über meine Erfahrungen.

Tag 1

Um die Zeit während meines Kurzurlaubs möglichst effektiv zu nutzen, bin ich bereits um sieben Uhr morgens vom Nordflughafen Teneriffas nach Lanzarote geflogen. Der Flug wurde von der Kanarischen Airline Binter angeboten und dauerte ungefähr 45 Minuten. Auf Lanzarote angekommen holte ich zunächst meinen Mietwagen ab, den ich zuvor über das Internet gebucht hatte. In meiner Unterkunft gab mir die Vermieterin zahlreiche Informationen zu den Ausflugszielen auf Lanzarote. Hierbei hatte sie auch einige Insidertipps parat, sodass ich bestens informiert aufbrechen konnte.

Auf den Spuren César Manriques

Dann konnte es schließlich losgehen und ich machte mich auf, den Norden der Insel zu erkunden. Mein erstes Ziel war hierbei der Jardín de Cactus, ein vom berühmten kanarischen Künstler César Manrique gestalteter Kaktusgarten. Hier finden sich Kakteenarten aus aller Welt und das ganze Grundstück lässt den persönlichen Stil Manriques erkennen. Dieser war stets bemüht, seine Werke in die Landschaft Lanzarotes zu integrieren. So ist der Kaktusgarten umsäumt von vulkanischem Gestein und fügt sich optisch schön in die bizarre und karge Umgebung ein.

Jardín de Cactus.
Eines der letzten Werke Manriques – der Jardín de Cactus.

Nach einem gemütlichen Gang durch den Garten stieg ich wieder ins Auto und machte mich auf den Weg zum nächsten Ziel: Die Cueva de los Verdes. Hierbei handelt es sich um einen Lavatunnel, der zu einem sieben Kilometer langen Höhlensystem gehört. Bei der Besichtigung der Höhlen gelangt man unter anderem in einen Konzertsaal, der natürlich eine ganz besondere Atmosphäre bietet. Ein Highlight ist außerdem ein kleiner See, der die Decke der Höhle spiegelt. Dadurch entsteht der Eindruck einer großen Schlucht – eine faszinierende Täuschung.

Cueva de los Verdes.
Eingang in die Cueva de los Verdes.

Nach der circa 45 minütigen Führung ging es weiter zu den nahegelegenen Jameos del Agua, die sich ebenfalls in dem zuvor erwähnten Vulkantunnel befinden. Sie wurden von César Manrique gestaltet und stellen eine Kunst- und Kulturstätte dar, in der sich neben einem Restaurant und einem schön angelegten Swimmingpool ein unterirdischer See, in dem eine besondere Krebsart lebt, befindet. Bei besinnlicher Musik und dem wunderschönen Anblick des blauen Wassers wäre ich hier gerne noch länger geblieben.

Jameos del Agua.
Der bekannte See in den Jameos del Agua.

Allerdings trieb mich mein Reiseplan wieder direkt zur nächsten Attraktion, dem Mirador del Río. Dieser Aussichtspunkt wurde ebenfalls von César Manrique gestalten und bietet einen einmaligen Ausblick auf die benachbarte Insel La Graciosa. Diese ist die kleinste bewohnte Insel der Kanaren und wird auch die achte kanarische Insel genannt.

Mirador del Río.
Ausblick auf La Graciosa.

Ausspannen am Surferstrand

Nachdem ich hier einen Augenblick verweilt und die Aussicht genossen hatte, ging es dann weiter zum berühmten Surferstrand Playa de Famara. Auch als Nicht-Surferin konnte ich hier sehr gut die Ruhe und den Ausblick auf das Meer genießen. Der Strand zieht sich sehr lang bis zu dem Ort La Caleta de Famara, sodass man hier jede Menge Platz findet und sich beliebig ausbreiten kann.

Playa de Famara
Playa de Famara – der Surferstrand.

Nach einem Tag voller schöner Erlebnisse zog es mich schließlich in meine Unterkunft zurück. So schaffte ich es lediglich noch, am Hafen von Arrecife ein gemütliches Abendessen einzunehmen, bevor ich müde in mein Bett fiel.

Tag 2

Die Vulkane und El Golfo

Nach der Tour durch den Norden nahm ich mir heute vor, den Süden der Insel zu erkunden. Zunächst fuhr ich allerdings in das nahe gelegene Teguise, wo jeden Sonntag ein Markt stattfindet. Hier gibt es unter anderem kanarisches Kunsthandwerk zu kaufen, sodass man hier das ein oder andere Mitbringsel findet. Ich wollte allerdings nicht zu viel Zeit verlieren und machte mich nach einem kleinen Rundgang in Richtung des Timanfaya Nationalparks. Dieser entstand aus Vulkanausbrüchen im 18. Jahrhundert und ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Lanzarotes. Bei der Besichtigung des Parks fährt man mit dem Bus durch die Feuerberge und erhält zahlreiche Informationen zu Lanzarote und den Vulkanausbrüchen. Obwohl ich es etwas schade fand, die Landschaft nur vom Bus aus bestaunen zu können, war ich sehr beeindruckt von den Vulkanen und der bizarren Landschaft.

Timanfaya Nationalpark
Blick auf die Berge des Timanfaya Nationalparks.

Als nächstes Ziel meiner Reise steuerte ich nun El Golfo an – ein beliebter Ferienort, zu dem eine wunderschöne grüne Lagune gehört, die unterhalb einer Felswand liegt. Ihre außergewöhnliche Farbe verdankt die Lagune einer Algenart, die sich dem Salzgehalt der Lagune angepasst hat. Der Blick auf den grünen See war für mich einer der faszinierendsten Momente der ganzen Reise. Der Kontrast des grünen Wassers und der rötlichen Felswand ist ein ungewöhnlicher Anblick, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

El Golfo
Die grüne Lagune von El Golfo.

Der Papagayos Strand – Der schönste Strand der Insel

Nachdem ich einige Fotos geschossen hatte, machte ich mich auf zum nächsten Highlight – dem Papagayo Strand, der als der schönste Strand Lanzarotes gilt und mit Sicherheit auch zu den schönsten Küstenabschnitten der Kanaren gehört. Ich hatte große Erwartungen an dieses Ausflugsziel und wurde nicht enttäuscht. Der goldgelbe feine Sand und das türkisgrüne Wasser lassen den Strand in voller Pracht erstrahlen. Hier kann man nicht nur in Ruhe ausspannen und vom Alltag abschalten, sondern auch einen Spaziergang über die Sandberge machen und den Ausblick über das Meer genießen. Seinen guten Ruf hat dieser Strand meiner Meinung nach voll und ganz verdient, denn hier bekommt man einfach eine wunderschöne Landschaft geboten. Der Besuch des Playa de Papagayo war also ein gelungener Abschluss meines zweiten Tages auf Lanzarote.

Playa de Papagayo
Playa de Papagyo – ein absolutes Highlight!

Tag 3

Immer wieder Manrique

An meinem dritten Tag blieb noch eine Sehenswürdigkeit übrig, die ich mir nicht entgehen lassen wollte: Die Fundación César Manrique, die das ehemalige Wohnhaus des verstorbenen Künstlers zeigt und außerdem Werke verschiedener Künstler ausstellt. In dem Haus spiegelt sich natürlich der unverkennbare Stil Manriques wider. Die Wände des Hauses bestehen aus Vulkangestein und das Untergeschoss ist wie eine ausgebaute Höhle. Man kann sich gut vorstellen, wie der Künstler hier gelebt und Inspiration gefunden hat. Im Außenbereich befindet sich ein Pool, der dem Schwimmbecken in den Jameos del Agua ähnelt. Auch hier bildet das Wasser wieder einen tollen Kontrast zu dem Vulkangestein und den weißen Wänden des Hauses. Die Gartenanlage mit Lava, Obstbäumen und weiteren Pflanzen hat mich ebenfalls sehr fasziniert.

Fundación César Manrique
Der Pool des berühmten Künstlers.

Nach einem intensiven Rundgang verließ ich das Haus, um in die Weinberge von La Geria zu fahren. Hier bekommt man einen tollen Eindruck von der Technik, mit der auf Lanzarote Wein angebaut wird. In eine Vertiefung im Boden werden einzelne Weinpflanzen gesetzt, die das Wasser aus dem Boden aufnehmen können. Um die Pflanzen vor dem Wind zu schützen, wird um jede Rebe eine halbkreisförmige Mauer gebaut, die das typische Bild der Weinberge auf Lanzarote abrunden.

Weinberge La Geria.
Blick auf die Weinberge Lanzarotes.

Zum Abschluss noch ein bisschen Ruhe

Obgleich mich die zahlreichen Sehenswürdigkeiten Lanzarotes sehr begeistert haben, gab es noch eines, was ich an meinem letzten Tag machen wollte: Einfach ausspannen und ein wenig Zeit am Strand verbringen, ohne gleich zur nächsten Station zu fahren. Also begab ich mich in den beliebten Urlaubsort Puerto del Carmen, wo ich mich einfach einige Zeit an den Strand setzte und das schöne Wetter genoss. So kam ich nach meiner großen Sightseeing-Tour auch noch zu etwas Erholung und konnte abends entspannt wieder in den Flieger steigen.

Puerto del Carmen
Strand in Puerto del Carmen.

Fazit

Insgesamt habe ich den Trip sehr genossen und war erstaunt, wieviel man in der kurzen Zeit von der Insel sehen kann. Lanzarote ist doch recht überschaubar, sodass man mit dem Auto schnell von A nach B gelangt. Wer sich also einen Plan macht, kann in drei Tagen eine ganze Menge auf der Insel entdecken!


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