Anaga – Ein Ausflug ans Ende der Welt

Dass die Insel mit ihrer vielfältigen Natur und Vegetationszonen ein Paradies für Naturliebhaber ist, ist wohl kein Geheimnis. Vom Nationalpark Teide über die Masca-Schlucht bishin zum trockenen, wüstenartigen Süden: In allen Regionen lässt sich etwas Besonderes entdecken. Im hohen Norden ist das unbestritten das Anaga-Gebirge.

Trotz seiner verhältnismäßigen kleinen Fläche bietet es zahlreiche sehenswerte Orte und eine außergewöhnliche Vielfalt an Vegetation, Pflanzen und Tieren. Das Gebirge zählt zu den ältesten geologischen Formationen der Insel und beherbergt rund 100 weltweit einzigartige Tierarten.

Im Nordwesten des Gebirges befindet sich der Mercedeswald.

Die herrschenden Passatwinde machen das Klima feucht und kühl. Aufgrund dessen liegen hier auch oftmals die typischen Nebelschwaden zwischen den Bäumen, die dem Wald eine verwunschene Atmosphäre verleihen. Nicht umsonst nennt man ihn auch den „Märchenwald“. Hier gedeihen zudem auch die ältesten und schönsten Lorbeerbäume der Insel. Ein Spaziergang durch den Bosque de las Mercedes ist eine ideale Möglichkeit, um vom Alltag abzuschalten.

Märchenwald auf Teneriffa
Der Bosque de Las Mercedes hat wegen der tief hängenden Wolken auch den Spitznamen „Märchenwald“ inne.

Von La Laguna aus fährt man in Richtung Norden durch Las Mercedes und weiter ins Anaga Gebirge. Die Bergstraße TF-12 auf dem Kamm der Gebirgskette macht das Gebiet leicht erreichbar, auch, wenn man ohne Guide oder Reisegruppe unterwegs ist. Für Besucher ohne Mietwagen oder Wandererfahrung gibt es auch geführte Touren.

Folgt man der Bergstraße weiter gen Norden, erreicht man den Mirador Cruz del Carmen.

Hier gibt es ein Besucherzentrum und es beginnen zahlreiche Wanderrouten durch die malerische Umgebung. Zum Beispiel erreicht man von hier aus Las Carboneras oder Chinamada. In Las Carboneras sieht man reichlich bunte, kanarische Häuser, es gibt einige urige Restaurants, eine kleine Kapelle und weitläufige Terrassen rund um die Stadt, wo Kartoffeln und Tomaten angebaut werden. In Chinamada lassen sich zahlreiche Wohnhöhlen der Guanchen entdecken. Sie werden noch heute von einigen Einwohnern des Dorfes bewohnt.

Vom Mirador Pico del Inglés hat man einen herrlichen Blick auf den Mercedeswald, La Laguna und den Esperanzawald bishin zum Teidemassiv. Besonders beliebt ist der Besuch des Aussichtspunktes bei Sonnenuntergang. Um die Tageszeit herrscht hier jedoch Höchstbetrieb.

Verlässt man bei der Ortschaft El Bailadero die Straße TF-12, erreicht man nach rund 7 km Taganana. Die Ortschaft ist mit rund 520 Einwohnern die größte Population im Anaga Gebirge und erstreckt sich am Nordhang bis an die Atlantikküste. Die kurvige, steil abfallende Straße, die man passieren muss, ist ein Erlebnis für sich. Im Ort kann man die beschauliche Innenstadt mit der Iglesia de Nuesta Señora de las Nieves erkunden, eine der ältesten Kirchen der Insel. Wenn das Wetter mitspielt kann man sich am nahegelegenen schwarzen Sandstrand Playa del Roque de las Bodegas abkühlen. Auch die kleinen Küstenorte Benijo und Almáciga sind mit ihren gleichnamigen Stränden ein perfekter Anlaufpunkt für Ruhesuchende. Aufgrund ihrer schwierigen Erreichbarkeit gelten sie als wahre Geheimtipps.

Playa de Benijo Anaga
Besonders sehenswert sind auch die einsamen Strände und Buchten an der Nordküste, wie zum Beispiel der Playa de Benijo oder der Surferstrand Playa de Almáciga.

Wem der Sinn nach Abenteuer steht, der kann noch die Ortschaft Chamorga erkunden.

Die Anfahrt bietet hinter so ziemlich jeder Kurve imposante Ausblicke: Auf die Küste, auf Palmen, Drachen- oder Lorbeerbäume oder auf den Roque Bermejo im hohen Norden der Insel. Unter Einheimischen wird die Ortschaft auch als „Ende der Welt“ bezeichnet. Wer sich auf nach Chamorga macht, der tut dies nicht, weil es dort so viel zu sehen gibt. Eher im Gegenteil. Der Ruhe und Abgeschiedenheit wegen zieht es vor allem Wanderer in die Gegend. Rast macht man im einzigen Lokal des Dorfes, Casa Álvaro. Hier kann man typisch kanarische Gerichte in familiärer Atmosphäre genießen.

Wer genug von der Einsamkeit des Nordens hat, der kann sich über die TF-12 auf den Weg gen Süden machen. So erreicht man letztendlich das Fischerdorf San Andres nördlich von Santa Cruz. Hier kann man den Tag am traumhaften Playa de las Teresitas ausklingen lassen.

Das Anaga Gebirge bietet also etwas für jedermann, der Abwechslung vom kargen Süden sucht: Üppige Wälder, exotische Tiere oder einsame Buchten, mit etwas Recherche findet man hier alles.


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